neue termine // tortured souls im chat noir

bislang fand die schwärzeste party von trier und region immer jeden ersten freitag des monats statt. nun gibt es im november eine ausnahme des tortured souls zeitplans. auf der homepage der veranstaltung wurden die neuen termine bis ins jahr 2010 bekannt gegeben. mit der location ändert sich anscheinend auch die party-rhythmik. seit dem umzug vom düserteren keller des exhaus ins barock anmutende chat noir, erlebte die party eine art eigene renaissance. sie erblüht in frischem schwarz, getragen durch das publikum und die ausgewogenere musikauswahl. drei partys später scheint es sich auch für das varieté am kornmarkt gelohnt zu haben. und auch wir fanden bei unserem besuch, dass die party durch den locationwechsel nur dazu gewonnen hat.

hier die neuen party-termine. mehr auf tortured souls.

13. 11. 2009 (zweiter freitag im monat)
04. 12. 2009
02. 01. 2010 (vorerst der erste samstag im monat)
06. 02. 2010
06. 03. 2010
03. 04. 2010

wir wünschen durchtanzte nächte und gesunde füße ;)

ein schwarzer abend in der schwarzen katze

wenn gothics auf metaler, diese auf mittelalterfreunde und dazwischen sich der ein oder andere alternative oder verloren gegangene forums-gänger drängelt ist tortured souls in trier. die (!) party der schwarzen szene ist aus dem stickigen keller des ex-hauses die stufen empor zur schwarzen katze gekrochen. rein in die stadt, gothic & co sollen wohl salonfähig werden. nach 10 jahren ist dies der erste location-wechsel, welcher der party mehr als gut getan hat.

auch wenn die keller-atmosphäre im ex-haus eigentlich für sich steht, fallen mir im nachruf zu den partys dort nur unschöne zusammenfassungen ein. die akustik war mies, die luft zu stickig, die musik oft zu einseitig & die leute zu jung. ich mags auch gern dunkel und schummerig, alt und rustikal, solange es sauber ist. sauberkeit ist etwas womit das ex-haus nicht punkten kann. klar es liegt an der location, aber diese muss ja auch von irgendwem ausgewählt werden.

ganz anders am kornmarkt. das chat noir ist ein sehr gemütlicher saal mit raucher-lounge & sauberen toiletten. einige der mitarbeiter machen zwar noch einen leicht irritierten eindruck, wenn sie sehen, wen sie so da alles bedienen. mein erster blick fiel auf den kronleuchter, der natürlich aus war, dann auf die dicken schweren roten vorhänge an den festern. damit der mond nicht hineinscheinen konnte wurden beige-farbene rollos hinutergelassen, über deren farbe sich streiten lässt. aber ich will ja nicht kleinlich sein. an den seiten fanden sich sehr gemütliche sitzgruppen. zusätzlich gab es stehtische, hocker und der platz an der bar oder auf der tanzfläche. die preise hielten sich im rahmen. 2,50€ kosteten bier & met, zusätzlich gabs cocktails und die non-alcohol ecke. auch sonderwünschen kamen die höflichen kellner nach: "habt ihr kirchsaft für den met?" -"öhm kirschsaft, ich glaube nicht. wie wärs mit cranberry?" "ok." "wieviel soll rein?" "na so, dass es blutrot ist."

auffallend war, dass sich passend zum ambiente auch die besucher wandelten. wenn ich so gemein sein soll: die "schmuddeligen" blieben anscheinend zu hause. das barocke ambiente zog auch den sehr auf ästhetik bedachten teil der szene an. für mich absolut positiv zu bemerken ist der stark gestiegene altersdurchschnitt. so zählte ich nicht mehr zu den alten säcken, sondern zum unteren mittelfeld. wo sich früher oft musikalische beschränktheit breit machte, zeigte sich gestern im chat noir eine tanzbare vielfalt der verschiedenen stile & epochen. nur eines muss hier gesagt werden: der spielmannsfluch von in extremo ist, war und wird nie betanzbar sein! so wahr ich auf der tanzfläche rumhampel. klar fanden sich auch einige lieder, die nicht meinem geschmack entsprachen. jedoch war die musik so gut abgestimmt, dass ich nicht mehr als 3 song-längen warten musste, bis mein ohr wieder vor dunkler freude pochte.

für mich ein wenig lustig mitanzusehen war, dass sich zu späterer stunde immer mehr "normale" leute von den kneipen drunter nach oben zu wagen schienen. unter dem chat noir befinden sich das wirtshaus & das hauptmanns. beide ziehen ein stark abweichendes publikum an. es hat zwar einerseits was amüsantes, allerdings find ich es auch andererseits ein wenig störend. nach dem ersten kulturschock, der wirklich jedem ins gesicht geschrieben stand & dem ein oder anderen bier, bekamen sie angst vor der eigenen courage. noch ein paar bier mehr wagten sie sich das tanzbein zu schwingen. & es passiert das, was man erwartet: forum-tanz-stil meets den "totengräber". eines muss man den mutigen zu gute halten: erst der kulturschock, die musik, die tatsache zu verdauen, der einzige "bunte" zu sein, der neue tanzstil .... es kann die leute überfordern. so tanzt dann halt ein kerl zu asp's ich will brennen in alter hiphop manier, was dann einen leicht komödiantischen beigeschmack hat.

ich kann nur sagen, dass sich der ausflug in triers schwarze szene endlich mal wieder gelohnt hat! ich denke, dass auch die besucherzahlen dafür sprechen. ich habe lange nicht mehr so viele menschen auf der tortured souls in trier gesehen. eigentlich um ehrlich zu sein, habe ich noch nie so viele menschen auf der tortured souls gesehen. vlt in ihren anfangszeiten. aber in den letzten jahren nicht mehr. da fiel die wahl eher auf das saarbrücker roxy. doch nun ist der weg endlich wieder kurz.

in diesem sinne: auf brennende fußsohlen nach einer durchtanzten nacht.

die nächste tortured souls findet am 1. freitag des monats wieder im chat noir in trier statt.

wenn es in römischem gemäuer mittelalterlich ertönt ...

... sind in extremo wieder in trier eingekehrt.

es kommt eher selten vor, dass hauptact und support, zwar noch nicht in der gleichen liga spielen, aber beide auf eine menge fans schauen können. so geschahs am gestrigen abend mit in extremo & korpiklaani. die besucher konnten sich also vorab freuen einen kompletten abed voller guter musik erleben zu dürfen. der einlass war gegen 19h und rund 30 minuten später ertönten die ersten musikalischen laute von der bühne zum zuschauerohr im amphitheater.

als der finnische klan des waldes um 19.34 mit vodka startete, wurde meine lästerzunge ein wenig abgelenkt und konnte sich auf was anderes konzentrieren. wenn nur dicht der herr mit der sexy leggins gekommen wäre. // verdräng es dämon, sonst kannst du wieder nicht schlafen. das führt zu albträumen. also verdräng das bild wieder // jedenfalls ist korpiklaani eigentlich noch eine recht junge band, die auf sechs jahre bandgeschichte zurückblicken kann. dennoch kams schon zu mehreren wechseln auf der besetzungscouch. zur zeit bestehen die folk-metaller aus jonne järvelä, jaakko lemmetty, juho kauppinen, jarkko aaltonen, kalle savijärvi und matti johansson. sie singen & schreiben gerne vom feiern, aber bringen auch mythologisches & ihren hang zur natur in ihre texte mit ein. das letzte album erschien 2009 und es gibt bereits 5 vorgänger. die musik ist eine laute harte, aber auch grandiose mischung aus bekloppten spaß & sinnvollen texten. nach 45 minuten vollgas, mit ua. beer beer und wooden pints, trabten die finnen wieder ab & überließen den 7 mannen die bühne inklusive der gut angewärmten fans.

um 20.44 geleitete requiem die musikanten auf die bühne, diesmal kein "trabendes" animiertes pferd im hintergrund wie auf der sængerkrieg-tour teil 1. es gab ein wenig spiel in der setlist, aber auch nicht zu viel. schön war sicherlich, dass der merseburger zauberspruch gespielt wurde. der bühnenaufbau war der des letzten jahres, dafür legte die pyro ein wenig zu. da stinkt jedes feuerwerk gegen ab! abgesehen davon, werden feuerwerke niemals musikalisch so charmant untermalt. songs wie frei zu sein, vollmond & hiemali tempore sind stimmungsgaranten für die ersten minuten. nach einem missglückten auftakt könnte ein konzert nicht mehr den stempel "grandios" bekommen. sowas kann den mannen um sänger michael rhein aber nicht passieren. es war ein gutes konzert. auch wenn es nicht das beste war, das ich sehen durfte. aber manche bands haben es auch schwer sich selbst zu überbieten in ihren live-preformances. "ein in extremo wird niemals knien" twitterte ich & so wars, sængerkrieg vom gleichnamigen album ertönte. ein mitmachsong, sogar für das angeheiterte publikum. ein "hohoho" bekommt doch jeder hin. es folgte einer der songs, mit den eingängigsten melodien überhaupt und immer wieder gern gehört, solange er in gälisch gesungen ist, liam.

ai vis lo lop und en esta noche bereiteten dann erstmal probleme für die klatsch-krüppel. ich raffs nicht, ich habs nie gerafft und ich werde es nicht raffen. kleinkinder bekommen es hin, aber muddi und pappi klatschen falsch. dabei wird es doch vorgemacht. vooooorgemacht! zugucken, mitmachen, dann alleine nachmachen. aber über diese sache kann ich mich prizipiell bei jedem konzert unabhängig von der band auslassen. bei ai vis lo lop merkte ich übrigens auf peinliche weise, dass ich im "renter-breich" stand. das mitsing-engagement war dort sehr gering, wenn es fremdsprachlich oder auch nur irgendwie komplizierter wurde. das führte zu einem dämon, der ziemlich alleine, dafür aber umso lauter brüllte  "ai vis lo lop, lo rainard, lèbre, ai vist lo lop, rainard dancar, totei tres fasiàn lo torn de l`aubre, ai vist lo lop, lo rainard, la lèbre." erst da merkte ich, dass ich damit alleine war und um einiges leiser ertönte dann mein "totei tres fasiàn lo torn de l`aubre, fasiàn lo torn dau boisson folhat."
nymphenzeit machte leider einen abflug aus der setlist, aber der bereits erwähnte merseburger zauberspruch konnte sich in all seiner wirkung entfalten. ein wirklich schöner song, selten gespielt und lebt und wirkt wohl vor allem durch diese seltenheit. womit ich mich bereits seit dem winter weniger anfreunden kann sind die led-leuchtwände. sie sind mir zu modern. zu dominierend, wenn sie leuchten und nicht ganz meine welt. das gleiche gilt für manche licht-spielerei mit kreiseln und spiralen. aber es ist wie es bleibt geschmackssache. halt nur nicht meines ;) dies fand sich in ausgeprägterer form bei spielmann und ave maria. wobei aber der spielmann allein highlight genug war um die led's für auge auszublenden.

mit einigen anzüglichen kommentaren leitete der säger die flaschenpost ein. auch ein song auf dem letzten album, der zu den guten zählt. auch wenn vielleicht weniger eingängig, dafür mit einem etwas anderen ohrwurmcharakter. mein rasend herz bereitet der klatsch-krüppeln wieder eine herausforderung, denn man muss sich entscheiden wie man am besten klatscht. es gibt nämlcih zwei "varianten", die gerne munter miteinander kombiniert werden. es folgten omnia sol temperat und aufs leben. letzterer eigentlich kein übler song, allerdings schaff ich es nicht auszublenden, dass u.a. bei diesem song, die sängerin der black sheep mit gesungen hat. black sheep? kennt ihr nicht? müsst ihr auch nicht. deswegen fällt mir das noch schwer den song wieder richtig zu mögen. nach dem vorläufigen "abschiedsgetue", wurde wieder nach einem flughafen gerufen.


als zugaben ertönten küss mich, der, den ganzen abend geforderte spielmannsfluch und natürlich villeman og magnhild. auf den spielmannsfluch kann nicht verzichtet werden. ich mag den song, dennoch denk ich mir, dass man aufpassen muss, dass er nicht ausgelutscht wird. es regnete blut und der vollste ton wurde angestimmt. hihi. kleine randnotiz. ein sehr lieber freund versteht an dieser stelle gerne "fotzenton", seitdem hör ich das nur noch. ich weiss noch wie ich neben ihm im auto saß und er meinte: "sag mal was singt der da?" - ich: "vollsten ton. was hast du denn verstanden?" - er: "naja (er wurde leiser, räusperte sich) fotzenton." der letzte song ist fast müßig zu kommentieren. villeman og magnhild ist auf norwegisch (ich liiiebe norwegisch) und immer ein knaller. der song ist grandios. klingt banal - ist aber so. er gehört zum repertoire & erhebt anspruch gespielt zu werden wie nur wenig andere. eine unglaubliche kraft, die hinter den zeilen und tönen stecken & ein mitmach-song. da bin ich auch nicht die einzige in meiner rentner-ecke gewesen die mitsingen konnte.

in diesem sinne:
villemann gjekk seg te storan å,
hei fagraste lindelauvi alle ...

og ha det ;)